Rorschach – klein, wach und viel Bodensee
Rorschach liegt in der südlichen Bodenseebucht am Obersee, im Kanton St. Gallen. Kompakt, urban, überraschend lebendig. Bregenz, Vorarlberg und Lindau sind von hier aus schnell erreichbar – ideal, wenn du den Bodensee nicht nur sehen, sondern auch erleben willst.
Mit der Neugestaltung des Hafenbeckens und einer ordentlichen Portion Veranstaltungen hat sich Rorschach für den Tourismus geöffnet. Herzstück ist die Seepromenade: Cafés, Restaurants, Sitzstufen direkt am Wasser – hier sitzt man nicht am See, sondern im Geschehen.
Tipp: Rorschach ist perfekt für alle, die kurze Wege mögen: Bahnhof, Hafen, Promenade, Altstadt – alles in Gehweite.
Geschichte mit Bewegung – nicht nur im Museum
Die Geschichte von Rorschach beginnt früh: bei den Alamannen (Sueben), die sich um 400 n. Chr. rund um den Bodensee niederließen. Später stand der Ort in enger Verbindung zum Kloster St. Gallen und war um das Jahr 1000 ein zentraler Durchgangsort für Pilgerzüge. Der Jakobsbrunnen auf dem Kronenplatz erinnert noch heute daran, dass Rorschach eine Raststation auf dem Weg nach Santiago de Compostela war.
Jakobsbrunnen – Pilgern mit Glocke
Der Jakobsbrunnen aus dem 19. Jahrhundert steht unweit des Hafens (Hauptstraße/Neugasse). Die Figur des Hl. Jakob markiert den offiziellen Startpunkt eines Jakobswegs Richtung Santiago. Seit 1987 gehören die Jakobswege zu den Europäischen Kulturrouten des Europarats.
Besonders charmant: Zweimal täglich (11 und 18 Uhr) läutet die Glocke in der Brunnensäule – ganz ohne Show, einfach Tradition.
Kornhaus – Rorschachs großes Gesicht
Direkt am See steht das Kornhaus, gebaut 1746–1749. Früher Lager, heute Museum – und eines der markantesten Gebäude der Stadt. Drinnen: Stadtgeschichte, Seelandschaften, Kontext. Draußen: Seepromenade, Leben, Blick.
Tipp: Perfekter Ort, um Rorschach zu verstehen – oder einfach mit Kaffee und Seeblick eine Pause zu machen.
Badhütte – Baden wie 1924
Über eine kleine Brücke von der Promenade erreichst du die Badhütte Rorschach – ein Pfahlbau über dem Wasser. Solche Badehütten entstanden Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Tourismusboom am Bodensee. Die Rorschacher Badhütte wurde 1924 eröffnet und ist heute das einzige erhaltene Bauwerk dieser Art auf der Schweizer Seite des Bodensees.
Tipp: Früh morgens oder spät abends hingehen – dann gehört der See fast dir allein.
Kloster Mariaberg – Drama, Bildung, Ruhe
1487–1489 erbaut, im selben Jahr bereits zerstört – Machtkampf zwischen Fürst-Abt Ulrich Rösch und der Stadt St. Gallen. Danach wieder aufgebaut, später Universität, dann Lehrerseminar. Zwischen 1969 und 1978 aufwendig restauriert, heute Sitz der Pädagogischen Hochschule St. Gallen. Besonders sehenswert: der gotische Kreuzgang und der ehemalige Kapitelsaal.
Besichtigungen während der Schulzeit möglich, Führungen auf Anfrage (Tel. +41 71 844 18 18).
Schlösser mit zweitem Leben
Schloss Wartegg (Rorschacherberg)
Erbaut um 1558. Zuflucht für Bourbon-Vertraute, später Wohnort von Napoleon-Freunden. Heute: Ferien- und Seminarhotel, Bio-Restaurant, Kulturverein mit ambitioniertem Programm.
Schloss Wartensee (Rorschacherberg)
Ursprünglich Wohnturm im 13. Jh., später ausgebaut. Heute Tagungs- und Begegnungszentrum der evangelisch-reformierten Kirche St. Gallen.
Hundertwasser zum Anfassen – Markthalle Altenrhein
In Staad bei Rorschach steht ein architektonisches Ausrufezeichen: die Markthalle Altenrhein von Friedensreich Hundertwasser. Vergoldete Zwiebeltürme, kräftige Farben, keine gerade Linie zu viel. Hundertwassers Idee: menschenfreundliche Architektur, weg von Sterilität und Anonymität, hin zu Natur und Individualität.
Geöffnet April–Oktober täglich, im Winter an Wochenenden sowie zu Veranstaltungen.
Hoch hinaus: Rorschach–Heiden-Bergbahn
Ein echtes Highlight: die Zahnradbahn verbindet Rorschach mit dem Appenzellerland, 800 Meter über dem See. Endstation: Biedermeierdorf Heiden mit spektakulärem Bodenseeblick. Die Bahn ist Teil einer cleveren Rundreise: 2 Bergbahnen, Postauto und Schiff – alles perfekt verzahnt.
Ablauf (klassisch, aber gut):
- Start in Rorschach (auch per Schiff aus DE oder AT möglich)
- Bergbahn nach Heiden (ca. 30 Min.)
- Dorfplatz & Kirchturm-Panorama, Henry-Dunant-Museum
- Weiter zu Fuß über den Witzwanderweg (ca. 2 ¾ Std.) oder per Postauto nach Walzenhausen
- Bergbahn nach Rheineck
- Schiffsfahrt durch das Naturschutzgebiet Alter Rhein (über 300 Vogelarten!)
- Rückkehr nach Rorschach
Die Rundreise läuft Mai bis September, Einstieg überall möglich.
Veranstaltungen – Rorschach kann Festival
Internationales Sandskulpturen Festival in Rorschach
Künstler aus aller Welt formen live Skulpturen direkt am See. Danach Ausstellung bis Mitte September.
A Capella-Festival
Das ursprüngliche A-cappella-Festival Rorschach findet in seiner jährlichen Form nicht mehr statt. Dafür lebt die Idee weiter: Im Würth-Haus Rorschach sorgt die „A-Cappella-Nacht Rorschach“ als Nachfolger für hochklassige A-cappella-Konzerte – weniger Festival, mehr Fokus, gleich viel Qualität.
Raiffeisen Beachevent Rorschach
Hochklassiges Beachvolleyball, Hobbyturniere, Bürgerfest, Musik – Sommer pur.
Kultur i de Aula
Kabarett, Comedy, Theater – Bühne für starke Stimmen.
Advent in Rorschach
Adventskalender auf dem Lindenplatz, gestaltet von Künstlern, Schulen und Gruppen – leise, lokal, herzlich.
Wir wünschen Euch erholsame Ferien am Bodensee.